Seminarbeschreibung
Im Internet begegnen uns sowohl Filme, die fürs Kino und Fernsehen gemacht wurden, und die im WWW erneut ausgestrahlt werden als auch originäre Webtoons, die extra fürs World Wide Web hergestellt wurden. Unternehmen schmücken ihre Webauftritte mit aufwendig gestalteten Intros, Bannerwerbung hat wohl jeden schon mal genervt.
Im Seminar "Animation im Internet", das im WS 2002/2003 in die fünfte Runde geht, ist es die zentrale Fragestellung, wie wir die spezifische Ästhetik von Animation im Internet beschreiben können und unter welchen Rahmenbedingungen der Produktion und Distribution Animation im Internet stattfindet. Was wir bspw. in den vergangenen zwei Seminaren gemacht haben:
Wir haben
- untersucht, wie die technischen Restriktionen und die Software auf die Produktion rückwirken
- einen Überblick über die Genres im Netz versucht
- Kanonisierung betrieben (wer sind die Klassiker im Netz)
- uns gefragt, warum Parodien so populär sind
- einzelne Webtoons und -serien mit semiotischen und filmanalytischen Ansätzen sowie Ansätzen aus der Comic-Forschung analysiert und sind dabei schnell an Grenzen gestoßen
- Interaktivität als konstitutiven Bestandteil von Webtoons theoretisch auseinanderklamüsert und verschiedene Grade der User-Einflussnahme unterschieden
- verschiedene Formen von Online-Werbung klassifiziert
- gängige Business-Modelle unter die Lupe genommen
- verschiedene Strategien und Ebenen des Community-Building aufgedröselt
- die Beziehung zwischen Webtoons und Computerspielen untersucht
Wenn das Seminar im Wintersemester 2002/2003 wieder los geht, ist Neueinstieg problemlos möglich. Die inhaltliche Schwerpunktsetzung des Seminars ist zunächst flexibel und wird, in Abhängigkeit von der Zusammensetzung und den Interessen der Teilnehmer, in der ersten Semesterwoche gemeinsam festgelegt.
Angesichts der Neuheit des Themas gibt es kaum wissenschaftliche Literatur - um dieses Manko anzugehen, gibt es auch diese Seite! Ziel ist es, selbständig und kreativ vorhandene Literatur zu Animation, zu Webdesign, zur Filmanalyse und zum Internet auf Animationsfilme im Internet zu beziehen, um so den Wissens- und Forschungsstand voranzutreiben. Von den Teilnehmern wird eine hohe Bereitschaft zur eigenständigen Arbeit und Analyse erwartet.
Vorkenntnisse sind erwünscht, aber keine ausdrückliche Voraussetzung zur Teilnahme an diesem Seminar. Ziel ist es, dass alle Teilnehmer am weiteren Ausbau dieser Website mitarbeiten, bspw. durch Links kommentieren, einzelne Internet-Auftritte analysieren sowie die Referate für die Webseite aufbereiten.
Literatur
Furniss, Maureen: Art in motion: Animation aesthetics. Sydney: John Libbey 1998.
Taylor, Richard: Encyclopedia of animation techniques. Oxford u. a.: Focal Press 1999.
Wells, Paul: Understanding animation. London: Routledge 1998.
Animation World Magazine. http://www.awn.com
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